Rasen

Inhalt:

1. Voraussetzungen für eine intakte Rasenfläche

2. Zierrasen

3. Spiel- und Sportrasen / Gebrauchsrasen

4. Weitere Rasenarten

5. Fertigrasen

6. Rasenprobleme / Rasenkrankheiten

7. Märchen über Rasen

 

1. Voraussetzungen für eine intakte Rasenfläche

Optimale Bedingungen für Rasengräser sind ein lockerer, durchlässiger Boden, ein mildes, luftfeuchtes Klima, ein mäßiger Nährstoffgehalt und milde, nicht zu nasse Winter.

Übersicht: günstige – ungünstige Faktoren

günstig ungünstig Folgen durch ungünstige Einflüsse
lockerer – durchlässiger Boden schwerer /verdichteter / staunasser Boden Moos / Wildkräuter / Pilze
mildes – luftfeuchtes Klima Hitze / Trockenheit kaum Wachstum / gelbe Halme / lückenhafte Rasennabe / Wildkräuter
mäßiger Nährstoffgehalt zu niedriger Nährstoffgehalt lückenhafte Rasennabe / hellgrüne Halme / Moos
milde – nicht zu nasse Winter starke Fröste – dauerhaft nasse Böden im Winter Pilze / Moos / lückenhafte Rasennabe

Das regionale Klima und die meisten Böden in Stadt und Landkreis Ansbach und der Region Frankenhöhe bieten demnach zunächst keine guten Voraussetzungen für eine gesunde Rasenfläche: die Böden sind lehmig-tonig, die Sommer oft trocken und heiß, die Winter naß und kalt.

Unter diesen Verhältnissen wird ein Rasen unter normalen Aussaat- und Pflegebedingungen nur ein mittelmäßiges bis schwaches Bild abgeben.

Es sollte also vor der Rasenanlage entschieden werden, ob ein Zierrasen gewünscht wird oder ein “normaler Hausgartenrasen” = Spiel- und Sportrasen / Gebrauchsrasen!

Voraussetzungen für einen Zierrasen:

  • Bodenverbesserung oder 20 bis 40cm neuer Oberbodenauftrag
  • Wahl einer geeigneten Saatgutmischung (z.B. RSM 1.2. Zierrasen Fein)
  • Für regelmäßige Bewässerung sorgen
  • Wöchentliche Mahd
  • 2-3x / Jahr düngen
  • monatlich aufkeimendes Wildkraut entfernen
  • 1-2x / Jahr vertikutieren
  • 1-2x / Jahr lüften / aerifizieren

Zeitaufwand für Pflege für 300m² Zierrasenfläche: ca. 80h/Jahr.

Voraussetzungen für einen Spiel- und Sportrasen

  • zumindest in den oberen 5-10cm lockeren Obderboden auftragen
  • Wahl einer geeigneten Saatgutmischung (z.B. RSM 2.3. Spielrasen)
  • zumindest bei langanhaltender Trockenheit wässern
  • 14tägige Mahd
  • 1x / Jahr düngen
  • 1-2x / Jahr Wildkraut entfernen
  • alle 2-3 Jahre vertikutieren

Zeitaufwand für Pflege für 300m² Spielrasenfläche: ca. 20h/Jahr.

 

2. Zierrasen:

Ein Zierrasen ist das ganze Jahr über (außer im Winter) satt grün, hat eine dichte, geschlossene Rasennabe und ist frei von Moos und Wildkrautaufwuchs. Zierrasen benötigen besondere Sorgfalt bei der Anlage und Pflege.

Anlage eines Zierrasens:

  • vorhandenen Aufwuchs gründlich mit Wurzeln entfernen
  • Unterboden 20cm tief mit Umkehrfräse lockern, dabei Sand einfräsen
  • Unterboden grob planieren und trittfest leicht verdichten / walzen. Der Boden darf dabei nicht wasserundurchlässig werden!
  • mind. 20cm humusarmen Oberboden (Bodengruppe 2/4) in 10cm Schichten auftragen, grob planieren und trittfest verdichten.
  • Rasenstarter, organischen oder organisch-mineralischen Dünger nach Herstellerangabe auftragen
  • Feinplanum mit Rechen oder Holz-/Alulatte erstellen, Ebenheit +/-1cm unter einer 2m Latte
  • Zier-Rasenmischung (RSM 1.x) nach Herstellerangaben mit Säwagen aussäen
  • Samen mit Rechen ca. 0,5cm vorsichtig in die oberste Bodenschicht einrechen, ohne das Feinplanum zu beeinträchtigen
  • Anwalzen
  • Wässern

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Für einen Zierrasen empfehlen wir den Einbau einer Beregnungsanlage, da ein Zierrasen im Sommer eine regelmäßige Bodenfeuchte benötigt.  Gerne beraten wir Sie dazu und erstellen Ihnen ein unverbindliches Angebot. Beregnungsanlagen sind heutzutage kein teurer Luxus mehr. Einbau und Wartung sind unkompliziert, Erweiterungen oder Änderungen sind einfach auszuführen. Die Anlagen werden von leicht zu bedienenden Bewässerungscomputern gesteuert, die einmal programmiert die Bewässerung automatisch regeln.

 

Pflege eines Zierrasens:

  • regelmäßige Bewässerung, ca. 1ltr/m²/Tag, ideal und kostengünstig ist weiches Regenwasser aus der Zisterne
  • Wöchentliche Mahd auf 3cm
  • 2-3x / Jahr organisch oder organisch-mineralisch düngen: Zu Beginn der Wachstumsperiode Ende März / Anfang April, eine 2. Düngung im Juli/Anfang August, einen Herbstrasendünger im Oktober (geringer N,P-Gehalt, hoher K-Gehalt zur Steigerung der Frosthärte).
  • monatlich oder öfter aufkeimendes Wildkraut mit Wurzeln entfernen, Kahlstellen ggf. nachsäen.
  • 1-2x / Jahr vertikutieren, danach sanden, eventuelle Kahlstellen nachsäen und wässern
  • 1-2x / Jahr lüften / aerifizieren
  • bei starker Verfilzung kämmen (Rasenrechen, Rasenkämmer)
  • Pilze entfernen, bevor sie Sporen werfen.

 

3. Spiel- und Sportrasen / Gebrauchsrasen:

Spiel- und Sportrasen sind in erster Linie auf Trittfestigkeit und Robustheit ausgelegt. Nichtsdestotrotz kann auch ein Spielrasen bei entsprechender Pflege ein gleichmäßig homogenes, zierrasenähnliches Bild erreichen.

Anlage eines Spiel- und Sportrasens:

  • vorhandenen Aufwuchs mit Wurzeln entfernen
  • Unterboden grob planieren und trittfest leicht verdichten / walzen. Der Boden darf dabei nicht wasserundurchlässig werden!
  • 5-10cm humusarmen Oberboden (Bodengruppe 2/4) auftragen, grob planieren und trittfest verdichten.
  • Rasenstarter, organischen oder organisch-mineralischen Dünger nach Herstellerangabe auftragen
  • Feinplanum mit Rechen oder Holz-/ Alulatte erstellen
  • Gebrauchs-Rasenmischung (RSM 2.x) nach Herstellerangaben aussäen
  • Samen mit Rechen ca. 0,5cm vorsichtig in die oberste Bodenschicht einrechen, ohne das Feinplanum zu beeinträchtigen
  • Anwalzen
  • Wässern

Ein Spiel- und Sportrasen verträgt mehr Trockenheit als ein Zierrasen. Für ein gepflegtes Rasenbild ist aber dennoch Bewässerung bei längerer Trockenheit zu empfehlen. Ein Kreis- oder Viereckregner leistet hier bei Bedarf gute Dienste. Für ein anspruchsvolleres Rasenbild sollte regelmäßig gewässert oder eine Beregnungsanlage eingebaut werden.

Pflege eines Spiel- und Sportrasens:

  • Bewässerung, bei längerer Trockenheit, ideal und kostengünstig ist weiches Regenwasser aus der Zisterne
  • 14tägige Mahd auf 4-5cm
  • 1x / Jahr organisch oder organisch-mineralisch düngen zu Beginn der Wachstumsperiode Ende März / Anfang April
  • gelegentlich aufkeimendes Wildkraut mit Wurzeln entfernen, Kahlstellen ggf. nachsäen.
  • alle 2-3 Jahre bei Bedarf vertikutieren, danach sanden, eventuelle Kahlstellen nachsäen und wässern
  • Pilze entfernen, bevor sie Sporen werfen.

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Eine Rasenfläche muß heutzutage nicht mehr rein aus Rasengräsern bestehen! Ein mit Wiesenkräutern und Wiesenblumen durchsetzter Rasen benötigt weniger finanziellen Aufwand, weniger Ressourcen, spart Pflege und ist ökologisch wertvoller!

 

4. Weitere Rasenarten

Für besondere Standorte oder ökologisch wertige Rasenflächen haben wir spezielle Rasenmischungen zur Auswahl:

Mischung Anwendung Besonderheiten
Hitze- und Trockenrasen Südhänge / Sandböden befahrbar
Gebrauchsrasen – Feuchtlagen dauerfeuchte Böden kann sich gegen Moos besser durchsetzen
(Halb-)Schattenrasen unter lichten Baumkronen und Sträuchern für dauerhafte Begrünung mind. 4-6 Std. Sonne/Tag
Kräuterrasen sonnige Lagen mit heimischen Wiesenkräutern
Sportrasen sonnige Lagen besonders strapazierfähig
Böschungsrasen sonnige Lagen besonders stark und tief wurzelnd
Parkplatzrasen / Schotterrasen sonnige Lagen trockenheitsverträglich / befahrbar
Pflasterfugenrasen Gehwege / Parkplätze extrem trockenheitsverträglich / befahrbar
Landschaftsrasen sonnige bis halbschattige Lagen heimische Gräser / auch mit Wiesenkräutern erhältlich
Magerrasen sonnige / trockene / nährstoffarme Lagen nicht strapazierfähig
Weiderasen sonnige Lagen für alle Wildarten


hp photosmart 720


   Landschaftsrasen Feuchtlagen mit Bachnelkenwurz (Geum rivale)


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   Landschaftsrasen mit Kräutern (Blüte hier: Steppensalbei – Salvia nemorosa) an den Pegnitzauen (Beispielbild – nicht von uns angelegt)

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Wir bestimmen die Standortverhältnisse der vorgesehenen Ansaatflächen und geben Ihnen gern Empfehlungen für Mischungen für die vorgesehene Nutzung!

 

5. Fertigrasen

Fertig- oder Rollrasen ist die schnelle Variante der Flächenbegrünung. Die Bodenvorbereitung für einen Rollrasen gleicht der einer Rasenansaat. Ist das Feinplanum erstellt, befeuchtet und ausreichend trittfest, wird der Fertigrasen quer zu einer eventuellen Hangneigung oder Hauptlaufrichtung verlegt.


gartenkobolde-rasen und ansaaten-fertigrasen1

   Verlegung eines Fertigrasens: Die Rollen werden dicht an dicht auf ebenes, verdichtetes und befeuchtetes Oberbodenplanum verlegt.


gartenkobolde-rasen und ansaaten-fertigrasen2

   Die fertig verlegte Fläche: eine geschlossene, sofort begehbare, wildaufwuchsfreie Rasenfläche. Nach 10-14 Tagen ist der Rasen auch intensiv nutzbar.

Da Fertigrasen mehr Aufwand als eine Ansaat fordert, ist abzuwägen, ob der Aufwand den Nutzen lohnt.

Vorteile Nachteile
sofort perfektes Rasenbild erhöhter Kostenaufwand
sofort begehbar / nach etwa 10-14 Tagen bespielbar erhöhter Arbeits- / Material und Transportaufwand
von Anfang an wildkrautfreie Rasenfläche erhöhte Gefahr von Pilzentwicklung durch Anzucht auf Lehmsubstrat
Haustiere / Vögel / Starkregen schädigen nicht die Ansaat
weniger Pflegeaufwand bei der Etablierung der Rasenfläche: kein Nachsäen / keine Entwicklungsdüngung nötig

Meist wird Fertigrasen für kleinere Flächen verwendet (gutes Kosten-/Nutzen-Verhältnis), oder wenn eine sofortige Nutzung gewünscht ist.

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Auch Fertigrasen muß in den ersten Wochen nach dem Verlegen täglich mind 1x feucht werden (Regen oder Bewässerung) Ein Viereckregner, evtl. mit vorgeschalteter, einfacher Wasserzeitschaltuhr, kann hier auch für Zukunft eine gute Arbeitserleichterung sein

http://die-gartenkobolde.de/wordpress/wp-admin/post.php?post=936&action=edit&message=1

 

Etablierung eines Fertigrasens:

Fertigrasen beginnt nach etwa 3-5 Tagen auszuwurzeln und kann sich nach etwa 1-2 Wochen auch Wasser aus dem anstehenden Boden holen. Soll ein Fertigrasen über viele Jahre optisch attraktiv und frei von Wildaufwuchs bleiben, bedarf auch er – wie jeder andere Rasen – intensiver Pflege.

  • 1.-2. Woche tägliche Wasserzufuhr (Regen oder Bewässerung)
  • 3.-8. Woche 2-3x wöchentlich Wasserzufuhr (Regen oder Bewässerung)
  • Mähen nach Bedarf von etwa 6cm (max. 8cm) auf 4cm, am besten wöchentlich oder mit Automower
  • 5./6. Woche: Düngung mit Rasendünger nach Herstellerangaben. (Bei Haustieren / Kindern besser pulverförmigen Dünger verwenden und diesen gleich einwässern (z.B. OSCORNA Rasaflor, NEUDORFF Azet Rasendünger).
  • nach Anwachsphase im April und Juli nach Herstellerangaben düngen
  • bei Bedarf Ende September / Anfang Oktober zur Stärkung der Frosthärte nochmals Herbstrasendünger (stickstoffarm, dafür kaliumbetont) aufbringen.
  • Fremdaufwuchs am besten monatlich entfernen
  • Vertikutieren nach Bedarf im April
  • Bei Verfilzung: Lüften /Aerifizieren / Kämmen

Wir empfehlen die Beachtung dieser Pflegemaßnahmen, wenn der Fertigrasen dauerhaft optisch attraktiv bleiben soll. Wird die Fläche nicht intensiv gepflegt, wird sie im Laufe weniger Jahre mit Wildkräutern und in Schattenlagen mit Moos durchsetzt.

 

6. Rasenprobleme / Rasenkrankheiten

Die meisten Rasenprobleme und -krankheiten entstehen durch ungeeignete Standortverhältnisse. Rasen benötigt einen gut durchlässigen, mäßig nährstoffreichen, lockeren Boden und ein mildes, luftfeuchtes Klima ohne starke Fröste und lange Schneebedeckung. Sind diese Voraussetzungen nicht gegeben, kann es entsprechende Probleme mit dem Rasen geben:

Die folgende Tabelle gibt Ratschläge für Abhilfe ohne chemische Hilfsmittel

Rasenproblem Ursache kurzfristige Hilfe nachhaltige Gegenmaßnahmen
Wildkräuter Trockenheit / Wassermangel / schwerer Boden regelmäßiges Wässern bei Trockenheit / jäten Bodenverbesserung und Neuanlage
Moos schwerer Boden / zu wenig Sonne / zu feucht vertikutieren / kalken / nachsäen / befallene Stellen nicht wässern Bodenverbesserung / Drainage und Neuanlage
Pilze schwerer Boden / zu feucht / Fertigrasen befallene Stellen nicht wässern / absammeln / kalken ausstechen und Neuansaat / bei Fertigrasen absammeln – verschwinden meist bald.
blasse helle Halme Nährstoffmangel – insbesondere Stickstoff / Magnesium organisch düngen (z.B. OSCORNA Rasaflor / NEUDORFF Azet Rasendünger) regelmäßige Düngung im April und Juli

Ausführliche Informationen zu weiterene Rasenkrankheiten oder Abhilfe mit chemischen Pflanzenschutzmitteln finden Sie leicht im Internet unter dem Suchwort “Rasenkrankheiten” oder auf den Seiten der Pflanzenschutzmittelhersteller, z.B. www.neudorff.de. (für Pflanzenschutzmittel auf biologischer Basis)

 

7. Märchen über Rasen:

   1. Schattenrasen wächst im Schatten! Im Schatten (wie auch im Wald) wächst kein Rasen! Sogenannter Schattenrasen wächst dauerhaft noch im Halbschatten (mind. 4-6h Sonne/Tag), niemals aber dauerhaft im Vollschatten. Soll im Vollschatten eine Rasenfläche entstehen, muß diese 2x / Jahr vertikutiert oder gekämmt werden und regelmäßig mit “Schattenrasen” nachgesät werden, ansonsten werden die Gräser nach und nach ausfallen und sich Schattenkräuter und vor allem Moos ausbreiten.

   2. Rasen muß gut gedüngt werden! Grundsätzlich mögen es die meisten Wildgräser nährstoffarm! Die hochgezüchteten Rasengräser allerdings brauchen mehr Nährstoffe und durch die häufige Mahd wird  “Biomasse” und damit Nährstoffe entzogen und der Boden darbt aus. Die Gräser wachsen nicht mehr so schnell, Wildkräuter siedeln sich an, die mageren Boden lieben. Zum Ausgleich der durch Mahd entzogenen Nährstoffe genügen allerdings für einen normalen “Hausgartenrasen” 1/3 bis 1/2 der vom Hersteller empfohlenen Düngemengen! Der Rest dient dazu, Rasen schnell und besonders dicht wachsen zu lassen und ihn intensiv grün zu färben – oder für dauerhaft grünen Zierrasen. Dies ist bei Spielrasen, allerdings nicht nötig und viel Aufwuchs (Mähgut) meist auch nicht erwünscht. Weniger Düngen schont Umwelt und Geldbeutel!

   3. Ein ausgetrockneter Rasen kommt wieder. Das stimmt zum Teil! Rasen ist ausgesprochen regenerationsfreudig und treibt auch nach völligem Austrocknen wieder aus. Allerdings steigt mit jedem Austrocknen der Anteil an Wildkräutern / Wildblumen im Rasen, da diese mit der Trockenheit besser zurechtkommen als die Rasengräser.

   4. Rasen ist eine natürliche Begrünung und müßte doch einmal angesät Rasen bleiben? Rasen existiert in der Natur weltweit nicht (nicht mal in England!). Rasen wird – sich selbst überlassen – sich immer zur Kräuterwiese entwickeln. Der Gräseranteil geht zurück, der Wildkräuter/Wildblumenanteil nimmt zu. Selbst Wiesen sind vom Menschen geschaffene Lebensräume – ohne Mahd und Beweidung würden diese sich über kurz oder lang in Wälder verwandeln. Wiesenkräuter sind robuster und konkurrenzstärker als Rasengräser, darum wird Rasen in Mitteleuropa ohne intensive Pflege sich immer zur Wiese weiterentwickeln.

   5. Rasengräser wachsen doch dauerhaft in der Natur – warum nicht dauerhaft im Rasen? Der dem Rasen ähnlichste Naturraum sind die Steppen und Prärien Nordamerikas oder Mittelasiens, die mit Trockengräsern und Wildblumen bewachsen und weitgehend frei von Bäumen und Sträuchern sind. Nur hier können sich trockenheitsliebende Gräser gegen Wildblumen durchsetzen. Rasengräser in Rasenmischungen sind durchweg Zuchtsorten aus Wildgräsern, die besonders dichtwüchsig, trittfest und dauerhaft schnittverträglich sind. Diese sind weniger trockenheitsverträglich und brauchen mehr Nährstoffe als die Naturformen der Rasengräser. Auch darum muß Rasen intensiver gepflegt werden, soll er lange Bestand haben. Ein Rasen aus den Naturformen der Gräser wäre zwar trockenheitsverträglicher und bräuchte keine Düngung, er wäre allerdings nicht dicht und würde nach mehreren wöchentlichen Mahden eingehen.